moderiertes Forum
20.06.09 | Peder |
Ein Forum ist nur interessant, wenn dort lebhafter Verkehr herrscht – die Diskussion auf dieser Site ist nun geschlossen. Wenn ihr Fragen dieses Forums weiterhin diskutieren möchtet, sei euch die Website Freigeisterhaus ans Herz gelegt. Hier gibt es eine Moderation und daher stringentere Debatten, als es in unserem Forum möglich war.
Ein Dank an alle, die sich hier konstruktiv beteiligt haben! Einige Autoren haben weitergemacht: eine Quintessenz aus den hier geführten Debatten findet ihr (als Work in Progress) unter www.gottlos-glücklich.de.
8 Kommentare
1. Linda | 21.06.09 at 14:57
Ich habe mich gefreut, als ich von Eurer Kampagne gehört habe. Ich finde mich wieder in Euren Ideen und Gedanken! Danke, dass Ihr es laut aussprecht!
2. Felix | 26.06.09 at 12:57
Es muss weiter daran gearbeitet werden, dass nicht nur Atheismus an sich ein zumindest neutral wahrgenommener Begriff wird, sondern auch dass nichtreligiöse Weltanschauungen wie Humanismus popularisiert und als erstrebenswerte und überlegene Betrachtungsweisen breite Akzeptanz finden.
Wenn nötig muss das religiös nahezu monopolisierte Sozialwesen emuliert bzw. in bestehende Vergabeformen ‘eingedrungen’ werden. Von Kita über Krankenhaus bis Altenpflege muss es flächendeckend Alternativen aus ‘unserer Ecke’ geben. Es kann nicht angehen, dass Privilegien zementiert bleiben, die lediglich auf beschämend primitiven supernaturalistischen Behauptungen fußen.
3. Roy Schneider | 28.06.09 at 15:19
Als besonders dringende Aufgabe empfinde ich es, den Einfluss der Kirchen auf die öffentlichen Medien und das Bildungswesen zu reduzieren und letztendlich zu unterbrechen. Man vergleiche zu diesem Zwecke einmal die Sendung des NDR (Extra-3) und die des WDR zum gleichen Thema Buskampagne. Letztere “Reportage” ist in ihrer Machart erschreckend und von objektiver Berichterstattung so weit entfernt, wie der “schwarze Kanal” der mir noch in Erinnerung ist. Aber religiös hörige Menschen sitzen überall an entscheidenden Positionen, daran ist vor allem auch die Prägung während der ersten Schuljahre schuld. Hier wird neben Wissen eben auch Unwissen in der gleichen Verpackung geliefert - für Kinder nicht zu unterscheiden. Dieses Gestrüpp später aus den Köpfen zu entfernen, ist in der großen Masse der Menschen fast unmöglich.
4. Bärli | 29.06.09 at 00:09
@ Und wer soll statt dessen Einfluß auf die Erziehung haben. Was mich immer und immer wieder wundert ist die Behauptung, daß Kinder in den ersten Schuljahren christlich geprägt werden. Bei meinen beiden Söhnen habe ich davon nichts gemerkt. Und das war im Westen der BRD.
Meines Erachtens werden Kinder eher atheistisch als christlich erzogen. Woher sollte es bei den Lehrern auch kommen?
Berichte in den Medien sind oft nicht objektiv, aber im allgemeinen eher kirchenkritisch. Aber auch hier die unterschiedliche Wahrnehmung.
5. Kleingeist | 30.06.09 at 00:42
@Bärli:
Prinzipiell mag eine kirchenkritische Meinung vorherrschen, aber das Fundament stellt so schnell niemand in Frage. Das ist tabu.
6. Roy Schneider | 2.07.09 at 09:07
Deshalb muss das Bildungswesen, welches meines Erachtens auch die vorschulische Betreuung einschließt, von staatlicher Seite, also durch die Gemeinschaft, bereitgestellt werden. Hier müssen die Grundwerte vermittelt werden, die bereits in der Verfassung beschrieben sind. Dazu zählen Meinungsfreiheit, Freiheit der Weltanschauung und auch das Recht auf Unversehrtheit. Gerade in unserem Land, in dem religiöse und kulturelle Konflikte sich in Zukunft häufen werden, ist die Vermittlung dieser Werte von neutraler Seite enorm wichtig. Dazu müssen die Schüler, unabhängig der vom Elternhaus vermittelten Weltanschauung, gemeinsam lernen. Das Beispiel des Berliner Ethikunterrichtes ist hier ein sehr gutes Vorbild.
7. Beate | 2.07.09 at 13:32
Ich habe gerade diese Antwort von der BVG erhalten, weil ich mich beschwert hatte, dass trotz der Versprechen immer noch religiöse Werbung in den Bussen hängt. Es sieht so aus, dass solche Anschreiben tatsächlich was bringen. Daher bitte ich alle Berliner um Nachahmung.
Sehr geehrte Frau X,
vielen Dank für Ihre E-Mail vom 25.06.2009.
Es tut uns leid, dass Sie verärgert sind. Das hätten wir gerne vermieden.
Die durchaus heftige, und für uns doch überraschende öffentliche Resonanz auf unsere Entscheidung hat uns deshalb dazu bewogen, in Zukunft, außer der Parteienwerbung im Rahmen gesetzlich vorgeschriebener Wahlkampfphasen, keine weltanschauliche Werbung mehr zuzulassen. Entsprechend wurde auch die Wall AG, die die Vermarktung unserer Fahrzeuge und Anlagen betreibt, informiert.
Unsere Betriebsbereiche U-Bahn, Straßenbahn und Bus sind ebenfalls aufgefordert worden, möglicherweise noch vorhandene, ältere Werbungen mit entsprechendem Charakter zu entfernen. Ihr wichtiger Hinweis bezüglich der Linie 135 wurde daher an den Bereich zur Kenntnis gegeben, damit entsprechend reagiert werden kann. Danke.
Ihnen wünschen wir für die Zukunft stets gute und angenehme Erfahrungen mit unserem Angebot .
Mit freundlichen Grüßen
Marion Reinhardt
Kundenservice
FVM-B3
iPLZ: 43431
Tel.: +49 30 19 449
Fax: +49 30 256-49256
Mail: info {at} BVG(.)de
8. kp | 3.07.09 at 06:39
Super! Gabs in anderen Städten auch solche Schreiber und wie war die Reaktion?
Wäre natürlich schöner gewesen, wenn die atheistische Botschaft nun auch erlaubt würde, statt zukünftig alle abzulehnen.
Fraglich ist auch, ob man sich noch daran erinnert, wenn eine der Großkirchen wieder Plakate für Kirchentage aushängen lassen will.