Verkehrsbetriebe machen einen Rückzieher – jetzt erst recht!
16.03.09 | Peder |
Von den Verkehrbetrieben in Berlin und München haben wir Nachricht, dass sie unsere Kampagne nicht auf ihren Bussen zulassen werden. Was in Spanien, Italien und den USA kein Problem ist, wird im aufgeklärten Deutschland zum Politikum. Auch in Köln sollen vorerst keine Busse mit unseren Motiven fahren. Dort möchte man den Zeitpunkt der Schaltung nach hinten verlegen, der KVB hat zurzeit offenbar ganz andere Sorgen.
Im Vorfeld der Kampagne haben wir natürlich bei den Werbepartnern der Verkehrsbetriebe in Berlin, Köln und München wegen unserer Kampagne auf ihren Bussen angefragt. Keiner der Mitarbeiter der zuständigen Agenturen äußerte Bedenken. Nachdem wir das Spendenziel erreicht hatten und die Sache ins Rollen bringen wollten, erreichten uns die negativen Bescheide aus den Führungsetagen der Verkehrsbetriebe.
Telefonisch unterrichtete uns die BVG in Berlin immerhin über einen nagelneuen Vorstandsbeschluss, der aufgrund unserer Anfrage gefällt worden ist: Dort wird in Zukunft überhaupt keine religiöse oder weltanschauliche Werbung mehr akzeptiert werden. (Ausgenommen davon ist Wahlkampfwerbung.) Diesen Beschluss hätten wir uns schon im Februar gewünscht, als in der Endphase der Unterschriftensammlung durch „ProReli“ sogar auf U-Bahnhöfen Unterschriften gesammelt wurden.
Doch unsere Busse sollen fahren! Wir sind bereits mit anderen Betreibergesellschaften und mit Verkehrsbetrieben in anderen Städten in Kontakt getreten. Über den Stand der Dinge werden wir bald weiter informieren.
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1. Ede | 16.03.09 at 13:39
Das Sammeln von Unterschriften für die Pro-Reli-Kampagne auf U-Bahnhöfen wurde dagegen im Januar von der BVG Berlin genehmigt! Quelle:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Pro-Reli-Ehrhart-Koerting;art270,2704952
2. Stefan | 16.03.09 at 14:26
Mein Vorschlag wäre, in der Stuttgarter S-Bahn zu werben. Wie beim britischen “Vorbild” wirdauch hier mit angstmachenden Bibelsprüchen Werbung für den christlichen Glauben gemacht.
Ansprechpartner ist Stroer DERG
3. dietmar | 16.03.09 at 15:04
War zu erwarten. Daher sehe ich als Kampagnenziel nicht nur das Fahren der Busse, sondern auch das selbstschützerische “Evozieren” der Verbote gänzlicher religiöser Werbung der Betreiber.
Ich erinnere daran, das Münster ein heißes Pflaster ist: Hier werben die Stadtwerke Münster an den Haltestellen tatsächlich direkt mit Bibelthemen und Grafiken des christlichen Glaubens für Ihre Abos!
Die Busse sind ja nur ein Etappenziel. Es MUSS sich endlich die papierschriftliche Säkularität auch in der Realität durchsetzen. Auch mit Klagen. Aber hauptsächlich, so wünsche ich es mir, mit dem Erheben der Stimme- Weiter so!
4. Michael C. | 16.03.09 at 15:31
Na dann verklickert den Damen und Herren doch mal, dass Atheismus keine Weltanschauung ist.
Falls alle Stricke reißen: mietet einen Reisebus für längere Zeit und tourt mit dem durch deutsche Großstädte. So kämen dann auch andere Städte zum Zuge.
Allerdings denke ich, dass mit ein bißchen Publicity die ganze Sache eher peinlich für die Verkehrsbetriebe wird.
So oder so: viel Erfolg
5. xyz | 16.03.09 at 16:49
bin auch der meinung, dass wenn man das irgendwo in den nachrichten platzieren könnte es peinlich für die Verkehrsbetriebe würde und diese die aktion dann akzeptieren müssten
6. diotima | 16.03.09 at 18:51
Bitte - bitte, liebe OrganisatorInnen!
Versucht es in der Not in Dortmund. Dort können sie sich nicht rausreden:
http://www.die-tagespost.de/2008/index.php?option=com_content&task=view&id=100046899&Itemid=1
7. enabc | 16.03.09 at 19:23
Na Super endlich mal ne gute Nachricht auf dieser Seite.
Da zeigt sich dass die Atheismusreligion auch bald nichts mehr zu melden hat hier *g*
8. Enrico | 16.03.09 at 19:26
Klasse…Atheisten dürfen ihre Religion durchaus in ihren eigenen vier Wänden praktizieren, aber in der Öffentlichkeit darf jeder glauben was er will.
9. Ed Bradburn | 16.03.09 at 19:40
“Telefonisch unterrichtete uns die BVG in Berlin immerhin über einen nagelneuen Vorstandsbeschluss, der aufgrund unserer Anfrage gefällt worden ist: Dort wird in Zukunft überhaupt keine religiöse oder weltanschauliche Werbung mehr akzeptiert werden.”
Ist das dann so zu verstehen, dass es ProReli verboten ist, Berlin für die anstehende Wahl zu plakatieren?
Das ist ein klasser Sieg alleine für sich!
10. Phil | 16.03.09 at 20:16
Neeeiiiin!!!! Ich will diese “Werbung” in München! Bitte schaut ob ihr vielleicht auf der S-Bahn oder auf Bussen von Drittanbietern werben könnt. Vielleicht auf den Sightseeing-Bussen? Irgendeine Möglichkeit sollte sich finden lassen!
11. horst | 16.03.09 at 20:31
versuchts doch mal in bremen - da ist ende mai kirchentag, wäre ein optimaler zeitpunkt für die buskampagne
12. Corydoras | 16.03.09 at 21:59
Gratulation,
wenn die Folge dieses Rückziehers der Verkehrsbetriebe ist, dass nun auch keine Werbung mehr für Religionen gemacht wird, ist doch schon mehr erreicht, als man mit hunderten von Plakaten hätte erreichen können!
Alleine dafür lohnt es sich schon, und das noch ohne einen einzigen Cent zu investieren…
Cory
13. DagnirGlaurunga | 17.03.09 at 00:10
Mich würde ja mal interessieren, wie die Verkehrsbetriebe das begründen. Sind ja fehlende Einnahmen, die im Prinzip dem Steuerzahler zugute kämen.
Jedenfalls dürfte klar sein, dass Neutralität nur bedeuten kann, alle zuzulassen oder gar keinen.
14. Nics BlogHaus&hellip | 17.03.09 at 08:13
[...] Italien und den USA kein Problem ist, wird im aufgeklärten Deutschland zum Politikum.Quelle: Buskampagne.de Na ja, was ist in einem Land, das Papst ist, schon anderes zu erwarten? Nic Geschrieben von [...]
15. Rudi | 17.03.09 at 09:54
An der Weigerung der Busbetriebe kann man sehen, wie wichtig die Kampagne offenbar ist - un d dass auch das angeblich atheistische Berlin sie dringend braucht. Schön ist allerdings, dass Kirchen und Kirchenähnliche Wegelagerer nicht mehr bei den Verkehrsbetrieben Werbung machen können.
Dennoch muß über Alternativen nachgedacht werden. Busse sind ja nun nicht die einzigen Werbeträger.
VORSCHLAG. Wenn die Busbetriebe nicht wollen dürfen, wie wäre es mit Taxiwerbung. Die ist zudem finanziell noch weitaus günstiger, so dass man mehr Taxis damit ausrüsten könnte. Und Taxis kommen überall rum…
VG aus berlin,
16. makro » Blog Archiv&hellip | 17.03.09 at 10:02
[...] Eine interessante Reaktion gibt es bereits. Ich bin mir nur nicht sicher, ob das allgemeine Verbot weltanschaulicher Werbung der BVG jetzt ein Erfolg ist oder nicht. [...]
17. dietmar | 17.03.09 at 11:55
Vielleicht in Afrika? Siehe hier:
http://www.tagesschau.de/ausland/papstkamerun100.html
18. Nadine | 17.03.09 at 13:25
Versucht es mal in Bielefeld, die sind so links und so anti-Kirche (wegen der Nähe und Konkurrenz zum kreuzkatholischen Paderborn!) das ihr dort wahrscheinlich ganz gute Chancen habt. Wie sieht es denn mit Werbung in den S-Bahnen in Berlin aus? Der VRR der dafür die Werbung abwickelt ist ein ganz schön verpeilter Haufen, vielleicht habt Ihr Glück…
LG, N.
19. Daniel | 17.03.09 at 16:36
Was Haltet ihr davon wenn ihr mal ne anfrage in wuppertal Macht auf ner schwebebahn würde sich das bestimmt gut machen
20. Daniel Mussner | 17.03.09 at 20:03
Leider stimmt die Aussage nicht, dass die Buskampagne in Italien kein Problem sei. Tatsache ist: kein einziger Bus in Italien ist mit der Aufschrift “Die schlechte Nachricht: es gibt keinen Gott. Die gute Nachricht: du brauchst ihn nicht” gefahren (das Bild ist nur eine Fotomontage). Die Kampagne wurde gestoppt mit Berufung auf Art. Nr. 10 und Art. Nr. 46 des autodisziplinären Werbekodex (moralische Überzeugungen, Religionsfreiheit, Menschenwürde, etc.).
Gerade in Italien hat der Vatikan noch einen nicht unterschätzbaren Einfluss auf Politik und soziales Leben.
Nichtsdestotrotz wird über mögliche “Ausweichslogans” nachgedacht, wie z.B.: “Die schlechte Nachricht: Zeus gibt es nicht. Die gute Nachricht: von Zeus kannst du das noch behaupten”
21. Andreas Müller | 17.03.09 at 20:53
Ich schließe mich Rudi an mit dem Vorschlag, in Berlin auf Taxis auszuweichen, wenn es mit den BVG-Bussen nicht klappt (was ich eigentlich unerhört finde). Auf jeden Fall soll in der Hauptstadt was passieren.
Es gibt auch noch andere mobile Werbeträger in der Stadt die man nutzen könnte.
22. einheimischer | 18.03.09 at 09:24
Ich würde sofort Anzeige gegen die BVG in Berlin erstatten wegen Diskrimierung. Es kann nicht sein das man religiöse Werbung machen darf, aber keine Aufklärerische. Das ist ganz klar Messen mit zweierlei Maß und kann eigentlich nach meinem Rechtsempfinden nicht richtig sein. Für Berlin hoffe ich auf eine ordentliche Klatsche für die Öffentlichkeitsarbeiter der BVG, die sich dem scheinbar nicht bewusst sind.
Wahrscheinlich kommen sie demnächst als Verteidigungshaltung mit der Rechtfertigung, dass man beim Umherfahren mit diesen Aufklebern “Anschläge” fürchtet - ohne zu bedenken, dass sie dadurch die dafür unbestimmte Personengruppen pauschal kriminalisieren.
23. Florian | 18.03.09 at 15:20
In Berliner U-Bahnen gibt es seit Jahren Angstwerbung von Christensekten. Wenn das aufhört, wäre viel erreicht, auch ohne Atheistenbus. Bedenklich fände ich eine sehr weitreichendes Einschränkung dennoch. Was ist mit Gewerkschaften und NGOs, dürfen die dann auch nicht mehr für ihre Ziele werben?
24. Rob R. Ros | 18.03.09 at 16:32
Die Kampagne trifft einen einen der sensiblen Punkte unserer Gesellschaft. Die sich selbst so liberal und freiheitlich wähnende Gesellschaft muss diese Qualitäten auch beweisen, wenn sie gefordert und provoziert wird. Deshalb ist die Kampagne wichtig. Auch wenn kein Bus rollen sollte aber im Gegenzug die moralinsauren Apostelsprüche verschwinden würden, wäre das als Etappensieg und Fortschritt zu werten.
25. Friedrich E. | 18.03.09 at 17:03
In Wuppertal fahren die Busse an der Decke!
Ich möchte mich der Anregung anschließen die Kampagne auf die Wuppertaler Schwebebahn auszudehnen. Erstens ist das viel exklusiver und auffälliger als so ein stinklangweiliger Bus und zweitens gibt es in W-Tal soviele Sekten wie kaum woanders.
Neben dem fast 24/7 Schichtdienst der Zeugen Jehovas vor dem Hbf missionieren die Mormonen, Baptisten und evangelikale aller Couleur. Jeden Tag kann man in der Innenstadt andere “Kämpfer im Auftrag Gottes” treffen.
Die Stadt hätte es schon schwer sich gegen die Buskampagne zu wehren.
26. GeneralDisarray | 18.03.09 at 17:22
also diese angstwerbung fällt mir in allen möglichen städten immer wieder negativ auf… regt mich echt unmäßig auf jedes mal wenn ich da mit mahnenden bibelversen zukekleistert werde, würd die dinger am liebsten von den wänden reissen da… da ist mein sittliches empfinden und meine religionsfreiheit verletzt, das stört ja auch keinen! ich finde aufklärerische werbung sollte eindeutig erlaubt werden, zumindest solange christliche organisationen werben dürfen (was sie ja eindeutig tun).
vielleicht sollte man auch einfach auf das momentan so beliebte thema “evolution” umschwenken bei buswerbung, da wär das argument “weltanschauung” endgültig ins lächerliche gezogen… zumindest würde es mir sehr zu denken geben wenn die bvg die evolutionslehre als “weltanschauung” abtun würde…
wie wärs mal mit ner unterschriftenliste auf dieser seite oder irgendwas? also meine unterschrift hättet ihr sofort für atheistische werbung
27. Felix | 18.03.09 at 18:40
Ich finde es schade, dass wir hier in Berlin die Kampagne wohl nicht bekommen. Ich bin mir sicher, dass der ungenannte Grund Angst vor islamischen Radikalen ist. Und das schon bei läppischen drei Bussen. In London lebt ebenfalls eine große moslemische Minderheit, und von dort habe ich von keinen Anschlägen oder Sachbeschädigungen gehört.
Ich werde jedenfall ins Zukunft sehr genau darauf achten, ob die BVG nicht doch durch irgendwelche Hintertürchen und Schlupflöcher die Religiösen wieder einlässt. Wie wir wissen, mit Täuschung und Trickserei aus der Ecke ist immer zu rechnen.
28. Nicole | 18.03.09 at 19:14
In HAMBURG gibt es, soweit ich weiß, schon aus historischen Gründen mehr Atheisten als anderswo. Da könnte das mit den Bussen vielleicht besser klappen.
Alternativ: Die riesige Seitenwand des Dock 10 der Schiffswerft im Hafen gegenüber den Landungsbrücken (große Aufmerksamkeit): http://tinyurl.com/d2kb66
29. Andreas | 18.03.09 at 19:17
In den Hamburger Bahnen hängt eigentlich dauerhaft Werbung für die Arche… Der HVV würde sich da wahrscheinlich schwer tun die Kampagne abzulehnen…
30. Dogcow | 18.03.09 at 19:40
Ich meine, in Spiegel online gelesen zu haben, daß Ihr den Werbeträger T-Shirt erwägt. Wenn das so ist, habt Ihr in mir sofort einen Käufer. Und T-Shirtträger könnten sich einfach mal zu Hunderten wo treffen, einfach so…
31. born2blog | 18.03.09 at 20:04
Aslo ich finde die Idee, in Berlin auf Taxis auszuweichen, sehr gut!
Allerdings sind viele Unternehmen in türkischer Hand, da wird das wohl nix. Für Berlin würd ich daher auf großflächige Plakate ausweichen. Das ginge dann auch bei der S-Bahn, welche ja zur Bahn und nicht zur BVG gehört. T-Shirts sind ja wohl schon in Planung, die kauf ich natürlich auch.
32. born2blog | 18.03.09 at 20:06
P.S.: Bitte gebt Berlin nicht auf!!!
33. socreana | 18.03.09 at 21:18
Genau: Berlin nicht aufgeben, bitte^^
Und bitte jeder ne kleine E-Mail an die betreffenden Verkehrsunternehmen schreiben, damit dort ordentlich Druck im Kessen entsteht.
btw: Die Idee mit den Taxis find ich ach nicht schlecht.
34. Berliner | 18.03.09 at 22:22
Die BVG hatte es proReli erlaubt in der U-Bahn Unterschriften für die Volkjsabstimmung zu sammeln. Vielleicht sollten z.B. in der U-Bahn Handzettel verteilt werden. Ob die BVG er erlauben würde?
Auf Taxen ausweichen find ich eine Alternative, aber weniger sichtbar.
35. bernhard | 19.03.09 at 05:32
versucht einfach auf allen feldern, die derzeit von den kirchen und ihren sekten benutzt wird (u-bahn, bushaltestellen) werbeflaeche zu bekommen.
bei einem verbot wird damit wenigstens die werbeflaeche fuer beide seiten unbrauchbar.
ich denke auch damit ist schon eine menge getan.
36. Thomas M. | 19.03.09 at 08:41
Zur Argumentationshilfe in München: am Laimer Sbahnhof ist auf den Bänken christliche Werbung angebracht. Das ist zwar nicht MVG, aber vermutlich auch Ströer, damit könnte man also bei einer Argumentation punkte sammeln.
Ausserdem sollte man einfach mal emails an die BVG/MVG/etc schreiben.
Schöne Grüße.
37. Piero | 19.03.09 at 08:41
Ich schließe mich bernhard an. Jede Jesus-Werbung die verboten wird, ist ein Gewinn.
Übrigens, wenn ihr die T-Shirts entwerft, macht den Schriftzug nicht so groß. Ich hab mir eins aus England bestellt und die Buchstaben sind so groß, ich sehe aus wie ne Plakatwand!
38. Fred | 19.03.09 at 11:53
Im eurem Eifer Christen zu verfolgen seid ihr ja genauso verbohrt wie Christen, die alles und jeden missionieren wollen.
39. chefarztfraulicher:beobac&hellip | 19.03.09 at 13:49
[...] ausgestanzt hat, scheint eine gewisse Vorsicht geboten. Atheistische Provokationen würden dem Busverkehr gewiss die himmlische Gnade entziehen. Verunsicherte Fahrgäste fordern Sankt Christophorus-Medaillen zur Monatskarte. Tags: [...]
40. Olli | 19.03.09 at 14:06
@Fred: Es geht nicht ums “Verfolgen” oder “Missionieren” oder so. Es besteht natürlich die Gefahr, dass religiöse Menschen die Slogans irrtümlich so interpretieren und sich angegriffen fühlen. Das ist sehr bedauerlich, denn so ist es nicht gemeint.
Ich sehe es eher als eine Art Awareness-Kampagne. Sie soll säkulare Ansichten ein wenig in das Bewusstsein der Menschen rücken; sie soll klarstellen, dass Atheisten, Agnostiker usw. auch nur ganz normale Menschen sind, die auch ohne Gott ihr Glück finden können, und die auch ohne Religion Nächstenliebe empfinden können, und so weiter.
Es wäre schön, wenn die Aktione einfach nur ein wenig Verständnis und Toleranz fördert. Ob die ausgewählten Sprüche dafür gut geeignet sind, sei einmal dahingestellt … Ich finde sie nicht so gelungen. Aber darüber könnte man sicherlich endlos streiten, genauso wie es endlos viele weltanschauliche Varianten gibt.
41. Zaphod | 19.03.09 at 15:16
Habt Ihr wirklich nichts Wichtigeres in Eurem Leben zu tun? Erbärmlich!
42. Hans | 19.03.09 at 15:21
In punkto Mission können sich viele christliche Kirchen an euch noch ein Beispiel nehmen. Soviel eifer für den “Kein-Gott” glauben …
sehr amüsant.
Man kann schon die ersten Parallelen ziehen:
Es gibt einen Glauben - nicht Wissen! (Da man ja nur an mit sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit - nicht zu 100% davon überzeugt ist das es keinen Gott gibt.)
Es gibt Fundamentalisten (die keine andere Meinung akzeptieren).
Es gibt Missionare (z.B. diese Website)
Es gibt eine Art Messiasgestalt (Herrn Dawkins)
Es gibt jede menge Propheten nach Art des Alten Testamentes der Bibel (die schlimmes vorhersagen, sollten sich die Menschen nicht von der bösen Religion lossagen und die auf die Geschichte verweisen wo man der bösen Religion gefolgt ist und dadurch nur Unheil erlebt hat …)
Es gibt sicher noch jede Menge mehr die ich vergessen habe. Im Grunde auch egal nur Lustig zu sehen wie man, dem sogenannten “Feind” immer ähnlicher wird wenn man ihn bekämpft.
Der Hans
43. Wissender | 19.03.09 at 15:31
Hans,
du zeigst dass du rein gar ncihts von der Thematik begriffen hat. Ich bezweile das ein Atheist als Feindbild einen Gläubigen hat. Die meisten meiner Freunde glauben ….
Deine Religion trifft eher darauf zu. Kein Atheist knebelt seine mit-Atheisten mit Weltuntergangsprophezeihungen wenn er den doch glauben möchte.
Genausowenig werden irgendwelche mehr oder wenig weltfremden Regeln OKTROIERT die bei nicht einhalten mit “Hölle” und “Fegefeuer” bestraft werden … (Hat dein Kirchenführer nicht eines von den beiden mal einfach so “abgeschafft”
)
Es geht darum Präsenz zu zeigen. Viele Leute Glauben nicht und die sollen auch gehört werden (nein, nicht von deinem Gott)
Obama würdigte dies ja schon in seiner Amtsantrittsrede ….
44. Jo | 19.03.09 at 15:33
Dass die BVG in Zukunft keine religiöse oder weltanschauliche Werbung mehr veröffentlichen will, ist ein Erfolg.
Ich unterstütze Bernhards Idee, weitere Werbeträger gegen solche Werbung zu “immunisieren”. T-Shirts dagegen halte ich für sinnlos.
45. Hans | 19.03.09 at 16:47
Mein lieber Wissender, es ging mir nicht darum
eine 1:1 Beweißführung anzustreben, sondern vielmehr um das aufzeigen gewisser, kaum zu leugnender, Änhlichkeiten.
Wenn du ehrlich wärst würdest auch zugeben ( siehe die Kommentare hier auf der Website) das für viele Atheisten die Gläubigen sehrwohl ein Feindbild sind.
Es wird zwar niemanden, der die Atheistische Meinung nicht vertritt mit Hölle gedroht, weigert sich der jenige aber Atheistische Propaganda zu veröffentlichen und auf Bussen durch die Gegend zu fahren so droht man halt mit Anwalt, Rechtsweg usw. … zu drohen gibt es immer was …
Wie gesagt Fundamentalisten, Missionare, Mesiasse, Heilige Schriften usw. gibt es auch hier.
Ihr weigert euch nur mit - an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit - das zuzugeben
dann wäre man ja nicht besser wie die anderen und hätte die Welt verstanden …
46. Wissender | 19.03.09 at 17:08
Hans,
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (jetzt hab ichs auch mal gesagt … ) möchtest du nicht mit Fundamentalisten über einen Kamm geschoren werden. Das ist wohl in jeder Gruppierung und mit ihren radikalen Anhängern so.
Zumal in einem anonymen Internetforum auch nicht jeder Beitrag ernst zu nehmen ist.
Und mal abgesehen davon ist es absurd von heiligen Schriften bei Antheisten zu reden. Ein Messias fällt mir ebenso wenig ein. Wenn du tatsächlich Dawkins damit meinst … es ist gut das jemand das Thema so GUT anspicht und dass er recht alleine dahsteht ist eher Schade.
Und Diskussionnen über ein dieses Thema zu führen ist auch keine Missionierung. Ich kenne keine Atheisten die nach Afrika gehen und das nicht-glauben (bzw nicht wissen) aufzwingen.
Aber das ist ja die dunkle Vergangenheit
Mit Glaube ist eben alles legitimierbar.
47. Linker | 19.03.09 at 17:10
Ich habe arge Zweifel, dass die BVG wirklich jegliche religiöse Werbung aus ihren Bahnhöfen und Bahnen verbannen wird. Jede und jeder, die sie nutzen, weiß um die vielfältigen Formen in denen das transportiert wird.
Auch weiß ich von einem Kampagnenschreiben von Pro Reli, in dem expilzit Werbung im U-Bahnfernsehen erwähnt wird.
Bitte liebe Buskampagne, die aktuelle Auseinandersetzung in Berlin über den künftigen Religionsunterricht würde eine Aktion hier besonders wertvoll machen und wesentlich höhere Aufmerksamkeit generieren als anderswo.
Die Entscheidung der BVG hat jede Menge Empörung ausgelöst, zu hören bspw. hier:
http://www.radioeins.de/programm/programmbeitraege/20090319/bvg_lehnt_werbung.html
Bleibt dran.
48. Stefan | 19.03.09 at 17:26
@Hans:
Das siehst Du falsch.
Nicht die Gläubigen werden hier kritisiert (oder als “Feindbild” betrachtet, wie Du sagst), sondern die missionierenden Fanatiker, die einem im öffentlichen Raum ungefragt auf den Geist gehen.
Neulich in Österreich im Skiliftsessel hat mich so eine Dumpfbacke von Evangelist (welche Sorte bzw. Sekte weiß ich nicht) mit seinen Jesussprüchen angebaggert, ungefragt und aus heiterem Himmel heraus. Ich hab höflich und ruhig gesagt “kein Interesse” und ihn dann ignoriert. Aussteigen konnte ich ja nicht. Er kam aus Thüringen.
Wenn mir mal wieder so einer kommt, dann geb ich ihm Saures! Verbal natürlich….
49. Hans | 19.03.09 at 18:39
Hallo Stefan, aber damit, wenn du diese Plakataktion unterstützt, beweist du ja das du eben ganau die selben Mittel anweden willst wie die angebliche missionierenden Fanatiker. Denn dann wird mir ja “ungefragt auf den Geist” gegangen.
Prinzipiell begegnen mir überall Leute die mich ungefragt mit ihrem Zeug nerven. Dann müsste diese Plattform hier ja eigentlich einen “Feldzug gegen die Werbung” an sich sein. Denn erst heute laberte mich im Supermarkt ein Vertreter eines Stromkonzerns an.
Dies sind dann bloß keine harmlosen missionierenden Fanaktiker, um ihres Glaubens willen, wie du es nennst, sondern es sind missionierende Fanataiker im des Geldes willen!
, “Tempelpriester des Mammon” geleistet haben zeigt ja unsere momentane Wirtschaftskrise.
Was die, um mal ein bissel die Rhetorikkeule zu schwingen
Will sagen, dass einem Leute, aus heiterem Himmel, auf die Nerven gehen wird sich wohl kaum vermeiden lassen. Aber Rechtfertigt dies solch eine Kampagne? Ich finde nein, es ist verschwendete Kraft!
Zumal es sich ja um ein Thema handelt was an sich völlig harmlos ist. Niemand wird ja gezwungen an den einen Gott zu glauben, es ist die persönliche Entscheidung eines jeden einzelnen.
Warum greift man also die persönliche und freiwillige Entscheidung von Millionen Menschen an? Verstehen könnte ich berechtigte Kritik z.B. an falschen geldscheffelnden Amerikanischen Fernsehpredigern, also substanzielle Kritik, wo etwas dahinter ist.
Es wäre genauso sinnlos sich im Angesicht der Finanzkrise hinzustellen und Plakate an Busse zu kleben “DAS GELD IST SCHLECHT” oder was sogar eventuell Stimmen dürfte “Mit an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist Ihre Aktie keine Pfennig wert”
Aber auch da kann ich doch nicht sagen, dass Tauschmittel Geld ist an der Finanzkrise schuld, nein die Menschen die schlecht damit umgehen sind das Problem.
Soweit von mir, Hans.
50. Klaus | 19.03.09 at 20:11
Hallo Hans,
die Kritik ist substanziell. Der Unterschied zwischen Atheismus und Religion liegt darin, dass Atheismus eine Weltanschauung ist, die darauf baut, die Welt zu verstehen, wie sie ist, und nicht eine Theorie als fest gegebene Wahrheit nimmt um nicht mehr von ihr abzukehren. Ein Atheist hält sich an das, was mit der realen Welt am wenigsten im Widerspruch steht. Wenn Du diesen an der Realität orientierten Ansatz als fanatisch bezeichnen möchtest …. gern. Wenn Du Dawkins als den Atheisten-Messiah bezeichnest, musst Du einkalkulieren, dass die Thesen, die er verkündet keine ewigen Wahrheiten sind und durch neue Ideen und Ergebnisse jederzeit widerlegt werden könnten. Wenn die Beweislage gegen seine Anschauungen eindeutig ist, wäre er wahrscheinlich einer der ersten, der widerruft. Selbst wenn er es nicht täte, würde er bald kein Gehör mehr finden.
Womit wir auch schon beim Unterschied zu einer beliebigen Religion sind. Hier werden Glaubensdogmen aufgebaut, die - nach religiösem Selbstverständnis - nicht bewiesen oder rational begründet werden brauchen. Auf der anderen Seite haben sie aber im realen Leben reale Konsequenzen. Manchmal sind sie aus meiner Sicht einfach nur lustig (kein Sex vor der Ehe, Keks und Wein=Körper und Blut zB ), manchmal traurig (Rolle der Frau, Verdrängung wissenschaftlicher Erkenntnis um Glaubensdogmen aufrecht zu halten) und oft machen sie mich einfach nur fassungslos. Schau auf die letzten Äußerungen vom Papst, schau, in welchen kriegerischen Auseinandersetzungen auf unserer Erde die Fronten tatsächlich zwischen verschiedenen Religionen verlaufen. Und, das kann man gar nicht genug betonen, die Wahrscheinlichkeit dafür, dass auch nur eine der Welt- oder anderen Minireligionen NICHT schlicht und einfach menschgemacht sind, ist verschwindend gering. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie alle recht haben, ist - nach ihren eigenen Dogmen - sogar null. Trotzdem wird gepredigt, Kirchenführer geben - als religiöse Authoritäten - ihre Meinung zu allem möglichen ab, geben Regeln vor, wie gottgefällig gelebt zu werden hat und versuchen - siehe Berlin - ihre Weltanschauung gesellschaftlich zu verankern.
Zum Thema frei gewählt… Das ist lachhaft. Die wenigsten Menschen, die ich kenne, haben ihre Religion frei gewählt. Die meisten sind hineingeboren und in die Religion ihrer Eltern hineinerzogen worden. Wenn Du ehrlich eine freie und bewusste Entscheidung für oder gegen eine Religion möchtest, müsstest Du sicherstellen, dass im Kindesalter überhaupt kein spezifisches Gottesbild vermittelt wird (bringe das jetzt nicht mit Ethik und Moral durcheinander) und Fragen spiritueller Natur erst im Erwachsenenalter relevant sein dürfen.
Zum Sinn der Buskampagne aus meiner Sicht: Da die Existenz eines Gottes sehr unwahrscheinlich ist, und man im Glauben an einen spezifischen Gott noch unwahrscheinlicher den richtigen anbetet (es gibt halt zu viele), sollte man sich ernsthaft fragen, warum man sich sorgt, gemäß dieses Glaubens ‘richtig’ zu leben. Mögliche Preise die man dafür zahlt sind unter anderem Verdrängung der Realität (Wunderglaube und Realitätssinn passen einfach nicht), Schuldgefühle (geboren als Sünder), geringere Wertschätzung des eigenen und fremden Lebens (nach dem Tod geht es ja weiter).
In Anbetracht dessen finde ich es eine hervorragende Idee ein Zeichen dafür zu setzen, dass es eine Alternative gibt, die diese Klippen auf natürliche Weise umschifft. Atheismus. Humanismus. Aufklärung.
Da es keine Kirchen gibt, in denen Atheisten predigen, sie kaum Verbände haben bzw in diesen organisiert werden, in Ethikkomission nicht vertreten sind und sie auch sonst keine große Lobbyarbeit betreiben (Atheismus ist eben keine organisierte Religion), finde ich es einfach nur gut, dass mit dieser Aktion wenigstens Aufmerksamkeit schaffen. Auch fände ich einen missionarischen Effekt in keiner Weise verkehrt. Es gibt etliche Gläubige, die kaum mehr als ein Lippenbekenntnis abgeben. Nicht aus Feigheit oder Gehorsam (diesen gilt mein Mitgefühl), sondern aus Gewohnheit und Konditionierung. Ich bin mir sicher, dass dort etliche Menschen stecken, die, so sie ihren Glauben ernsthaft hinterfragen, für sich feststellen, dass dessen Basis brüchig ist und sie schon lange nicht mehr das empfinden, was Glauben ausmacht. Die unbewiesene Gewissheit der Existenz eines (spezifischen) Gottes.
Beste Grüße,
Klaus
51. Hans | 19.03.09 at 20:45
Moin Klaus,
was mir nicht so richtig in den Sinn will ist das du dinge Ansprichst die dich im Grunde überhaupt nicht betreffen.
Wunderglaube, wenn ich mich entscheide an Wunder zu glauben was betrifft es dich?
Schuldgefühle, wenn du sie nicht hast OK …
Geringere Wertschätzung des Lebens, reine Behauptung, wer beklagt denn wenn täglich tausende Kinder abgetrieben werden? Aufgeklärte Evolutionsatheisten, wo sich eh nur der stärkere durchsetzt, wohl kaum … schöne Ethik …
Abendmahl, Sex vor der Ehe und, und, und, alles Dinge die du doch nicht machen musst … warum stört es dich so sehr das es andere anders sehen wie du?
Ich kann für meinen Teil und für viele meiner Freunde sagen das sie sich sehr wohl bewusst und freiwillig dafür entschieden haben an einen Gott zu glauben. Wir sind alles Leute die sowohl christlich vorgeprägt als auch überhaupt nicht christlich geprägt
(ausgenommen unserer am christlichen Abendland orientierten - ach so schlechten - Ethik) sind. Denn wie sonst hättest du dich freiwillig dafür entscheiden (können), Atheist zu sein, falls du einer bist.
Sicher haben Atheisten keine Kirchen in dem Sinne aber man trifft sich z.B. zu Konferenzen usw. dort treten dann die “Prediger” auf und verkünden die Frohe Botschaft des freien allein von der Vernunft geleiteten Menschen. Es ist außerdem auch für einen gläubigen Menschen nicht zwingend Notwendig in ein Gebäude was man Kirche nennt zu gehen und dort den Pfarrern zu lauschen.
Nun denn ich bleibe dabei, auch die Atheisten haben sehr wohl religöse Züge und du als Apologeth des Atheismus, bist Teil davon auch wenn du es nicht wahrhaben willst.
Sicher es fehlt dem Atheismus an einer “Leben nach dem Tod - Hoffnung” aber auch das ist nicht zwingend ein Kennzeichen einer Religion denn der Buddhismus kenn dies auch nicht, aber das liegt wohl an der christlich geprägten Definition von Religion (der du dich dann auch bedienen müsstest
).
Auch muss ich dir widersprechen das alle Kriege “Religionsgeschuldet” sind oder willst du allen ernstes erzählen der erste und zweite Weltkrieg hätten stattgefunden weil es Religion gibt. Dann erklär mir bitte auch welcher Religion die Sowjetunion angehangen hat? Erklär mir welche Religion in Nordkorea und China der Grund für Kriege und Menschenrechtsverletzungen sind. Solch ein Argument ist kompletter Nonsens.
Der Hans
52. Klaus | 19.03.09 at 22:18
Hallo Hans,
zunächst lies bitte sorgfältiger. Ich habe nicht gesagt, dass alle Kriege Religionskriege sind. Aber viele der stattfindenden Kriege finden zwischen Angehörigen verschiedener Religionen statt, viele der “ethnischen” Säuberungen sind genausogut “religiöse”. Ich gebe Religion nicht die Schuld an allem Übel der Welt. Soviel dazu.
Buddhismus hatte ich schon mit in der Rechnung. Auch hier ein Leben nach dem Tod. Auf der Erde eben und nicht im Himmel oder gar der Hölle. Wie auch immer … unbeweisbare Hoffnung. Einzige Indizien: Ein Buch und Hörensagen. Bestätigte Berichte: Null. Geforderter Eintrittspreis: Glauben an … ja was eigentlich???
Mit den Glaubenszügen im Atheismus hast Du natürlich vollkommen recht. Das habe ich auch versucht rüberzubringen. Der Unterschied ist der, dass mein Weltbild rational ist, Deines nicht. Meines ist wandelbar, Deines nicht. Meines basiert auf Fakten, Deines auf Glauben. Und dies ohne Wertung. Berichtige mich, wenn ich falsch liege.
Evolutionsatheist ist ein nettes Wort. Das klingt ja schon fast abfällig, so wie Du das schreibst. Ich bin aber nicht Dawkins oder Darwin, sondern komme aus einer ganz anderen Ecke. Heilige Schriften sind widersprüchlich und widersprechen etlichen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, was sie beschreiben ist ethisch und moralisch teils abstossend, es gibt nicht einen Beweis für eine aktive Intervention Gottes. Die Naturgesetze sind mittlerweile so gut und umfassend verstanden, dass für mich folgt … wenn es eine höhere Wesenheit gibt ist sie ganz offenbar an Intervention auch nicht interessiert. Die Welt funktioniert ohne sie. Die Dinge, die Naturwissenschaft nicht beschreibt, beschreibt aber auch keine Religion.
Ethik und Moral… ich wusste, warum ich darum bat, dass nicht mit Religion zu vermengen, aber es ist natürlich trotzdem passiert. Wo schrieb ich, dass ich Ethik und Moral für falsch halte? Meinst Du mit den abgetriebenen Kindern voll entwickelte und lebensfähige oder Embryonen im Frühstadium ohne funktionierendes Nervensystem? Beklagt ihr auch die Aidstoten? Und ganz vorsichtig, die Auffassungen sind ja hier von Gläubigem zu Gläubigem recht unterschiedlich … darf man in Deinem Glauben überhaupt abtreiben (es gibt da das kürzliche Beispiel eines stark minderjährigen Mädchens, das durch den vergewaltigenden Stiefvater geschwängert wurde. Die Reaktion auf die Abtreibung: Arzt und Mutter exkommuniziert, Stiefvater nicht…)?. Ich halte mich für einen ethisch und moralisch denkenden und handelnden Menschen, der versucht sich und andere zu reflektieren. Die klassische Frage einmal an Dich: Würdest Du ohne Religion weniger ethisch oder moralisch handeln? Würdest Du morden, rauben und vergewaltigen?
Dann noch einmal zu Deiner eingehenden Bemerkung… Warum es mich interessiert, was Gläubige treiben. Nun, genaugenommen interessiert es mich nicht, sondern ich sehe es. Ich sehe kirchliche Schulen und Kindergärten in denen frühzeitig einer der wahren Glauben vermittelt, Gebet und Gott ankonditioniert werden. Ich lese oder höre regelmäßig die Auslassungen geistlicher Würdenträger zu Themen, die MICH betreffen können, deren Einstellungen ich rational teils nicht teilen kann und deren einzige Legitimation darin liegt, dass sie an etwas glauben, das nicht belegbar ist. Ich denke, dass Strukturen die den unbegründeten da unbegründbaren Glauben über den rationalen Verstand stellen den denkenden Menschen in einen gehorsamen verwandeln. Ich denke, dass unbegründeter da unbegründbarer Gehorsam gefährlich sein kann. Wer sich sagen lässt, wann er Sex haben darf, wann er welches Essen isst oder welcher Glaube gut oder schlecht ist, ohne dafür einen vernünftigen Grund genannt zu bekommen, ist in meinen Augen anfälliger für Missbrauch als jemand, der die Frage nach dem Warum stellt und dann - soweit möglich - frei entscheidet und handelt. Dass es Grenzen gibt in denen wir unsere Freiheit ausleben ist selbstverständlich, aber ich sehe keinen Grund sie im Glauben an etwas unbewiesenes zu ziehen. Gemeinwohl und Menschlichkeit brauchen keinen Gott.
Zu den Konferenzen…. Ich war auf keiner. Mein Interesse an Weltanschauungen bewusst erlebt habe ich das erste Mal im Alter von ungefähr zwölf. Meine Eltern haben mir alle Freiheiten gegeben mich umzuschauen. Genau das habe ich getan und muss sagen, dass ich mich bei der Jungen Gemeinde eine Weile recht wohl fühlte. Bis ich feststellte, dass Gemeindeleben und Religiösität nicht das gleiche sind. Nun ja… ich war jung.
Wenn also Religion und Glauben nur in Kirchen und der eigenen Wohnung ausgelebt würden, hätte ich wirklich kein Recht, meine Meinung dazu zu äußern. Ich hätte auch keine, da ich nicht wüsste, worüber ich eine Meinung haben sollte. Offensichtlich spielt Religion aber auf einem größeren Feld und betrachtet es auch als selbstverständlich ihren Glauben öffentlich zu äußern. Ich denke, in diesem Umfeld ist es legitim, neben bekennenden Christen auch bekennende Atheisten auf dem Feld zu haben.
53. no way, jose | 23.03.09 at 14:43
Ich habe gespendet, aber in der Erwartung, dass die Aktion halbwegs professionell angegangen wird, und zur Realisierung nur noch das Geld fehlt.
Was soll das jetzt mit “die Verkehrsbetriebe machen nicht mit”? Das haette man ja vorher abklaeren koennen, oder?
Meine Spende (und sicher auch die vieler anderer) war fuer eine _Buskampagne_ geplant, nicht fuer Fahrradwerbung oder Flyer in der Disko. Wenn Ihr das nicht auf die Reihe kriegt, solltet Ihr das Geld zurueckzahlen.
54. Buskampagne « Brian&hellip | 11.10.09 at 14:24
[...] Update (22.03.2009): “Von den Verkehrbetrieben in Berlin und München haben wir Nachricht, dass sie unsere Kampagne nicht auf ihren Bussen zulassen werden. Was in Spanien, Italien und den USA kein Problem ist, wird im aufgeklärten Deutschland zum Politikum. Auch in Köln sollen vorerst keine Busse mit unseren Motiven fahren. [...]” siehe http://www.buskampagne.de/?p=416 [...]
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