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Fragen und Antworten

… zur Kampagne
Warum macht ihr diese Kampagne?
Warum macht ihr mit dem Geld nicht etwas anderes Gutes?
Wer steckt hinter dieser Kampagne, wer unterstützt sie?
Was genau ist geplant?
Wie kann man die Kampagne unterstützen?

… zu den Motiven
Warum gab es verschiedene Kampagnenvorschläge?
Mir gefällt die Idee, aber ich habe an den Sprüchen etwas auszusetzen.
Warum habt ihr die britische Kampagne nicht 1:1 übersetzt?

… zur Ablehnung der Motive durch die Verkehrsbetriebe
War es denn nicht klar, dass diese Motive nicht durchgehen würden?
In welchen Städten habt ihr Angefragt und was waren die Begründungen?

… zum Thema Geld
Wie funktioniert das Spenden?
Was passiert mit dem gespendeten Geld, wenn insgesamt nicht genügend zusammenkommt?
Was passiert mit dem restlichen Geld, wenn das Spendenziel überschritten wird?
Was passiert mit dem Erlös aus dem Webshop?

… von wegen gottlos
Wie könnt ihr behaupten, es gäbe keinen Gott?
Atheistisch, agnostisch, säkular, aufgeklärt, weltlich, bright … wer soll da noch durchblicken?
Manche Kirchen haben sich über die Kampagne gefreut. Stört euch das?


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Warum macht ihr diese Kampagne?

Buskampagne.de will die Botschaft der britischen Atheist Bus Campaign – ein Leben ohne Gott positiv zu sehen – nach Deutschland bringen. Denn auch hierzulande wird die Aufklärung als Fundament unserer Gesellschaft allzu oft verkannt. Auch hierzulande haben säkulare Menschen genug davon, absichtsvoll „übersehen“ oder moralisch diskreditiert zu werden.

Mit der Kampagne möchten wir öffentlich bekunden, dass eine nicht-religiöse, aufgeklärte Weltsicht eine positive Möglichkeit darstellt. Nicht-Religiöse, Agnostiker und Atheisten sollen wahrnehmen können, dass sie nicht alleine sind, sie sollen mutiger werden, sich gegen religiösen Hochmut zur Wehr zu setzen und sich in die öffentlichen Debatten einzumischen. Denn das Leben ohne einen Gott kann eine Bereicherung sein: angstfrei, selbstbestimmt, bewusst, tolerant und frei von Diskriminierungen.

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Warum macht ihr mit dem Geld nicht etwas anderes Gutes?

Buswerbung ist in Deutschland relativ teuer. Wir haben uns dennoch für dieses Medium entschieden, weil die Aufmerksamkeit dafür durch die vorangegangene Berichterstattung bereits vorgeprägt war. Auch über die weitere Berichterstattung erhoffen wir uns so einen relativ guten “Return on Investment” in Form einer angeregten gesellschaftlichen Debatte. Unser Anliegen halten wir für so wichtig, dass es diesen Einsatz wert ist: Eine aufgeklärte Weltsicht kann – im Gegensatz zu Dogmatismus, Fanatismus, Fundamentalismus – als Grundlage für unser aller Zusammenleben und Überleben nicht hoch genug veranschlagt werden.

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Wer steckt hinter dieser Kampagne, wer unterstützt sie?

Die Initiative zu der Kampagne kam von mehreren unorganisierten und organisierten Einzelpersonen, die spontan von der Idee den englischen atheistischen Buskampagne begeistert waren. Dahinter gestellt haben sich mehrere Verbände und Personen, die ihr hier aufgelistet findet. Auch eine Werbeagentur hat das Ganze unentgeltlich mit organisiert und begleitet.

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Was genau ist geplant?

Ursprünglich sollte auf mindestens drei Nahverkehrsbussen in drei deutschen Städten (Berlin, Köln und München) unsere säkulare Werbung für drei Monate platziert werden. Nach diversen Ablehnungen bzw. zurückgezogenen Zussagen der Verkehrsbetriebe haben wir einen Doppeldecker gemietet, der mit den Motiven auf Dutschlandtour geht. In einigen der 23 angefahrenen Städte werden kostenlose atheistische Stadtrundfahrten angeboten. Eine Abendveranstaltung in manchen Städten rundet das Programm ab. Neben der Präsenz vor Ort rechnen damit, dass die Kampagnenmotive über die Presse und andere Multiplikatoren weitergetragen werden und so zu einer neuen Runde in der öffentlichen Diskussion führen.

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Wie kann man die Kampagne unterstützen?

Zunnächst einmal mit einer Spende, die dazu beiträgt, die Kampagne in weitere Städte zu tragen. Du kannst aber auch helfen die Aktion bekannter zu machen: Freunden davon erzählen, die Busmotive verschicken, in der Schülerzeitung darüber schreiben, Links setzen (Banner für deine Website findest du hier) … Wenn du dir ein nachhaltiges Engagement in säkularen Organisationen vorstellen kannst, findest du hier weiterführende Links. Im Grunde unterstützen aber alle unser Anliegen, die mit kritischem Verstand und wachem, tolerantem Geist durchs Leben gehen – ob mit oder ohne Religion.

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Warum gab es verschiedene Kampagnenvorschläge?

Das Spektrum der möglichen Aussagen ist breit, gleichzeitig gab es unzählige Ideen, wie man die Inhalte am besten formulieren sollte. Weil sich viele konstruktive Debatten an diesen Fragen entzündet haben, haben wir beschlossen, den Unterstützern der Kampagne (sprich, den Spendern) drei verschiedene Kernaussagen zur Wahl zu stellen. Nach erreichen des ersten Spendenziels (19.500 €) ergab die Auszählung, dass Vorschlag C [”Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. ...“] das Rennen gemacht hat.

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Mir gefällt die Idee, aber ich habe an den Sprüchen etwas auszusetzen.

Das können wir gut verstehen – wir selbst haben lange und heiß diskutiert. Wie eindeutig soll/darf man seine Überzeugung ausdrücken, dass es Gott nicht gibt? Ist „Atheist“ ein Schimpfwort? Können Nichtgläubige auch an etwas glauben? … Interessante Diskussionen, die wir mit der Abstimmung über die Motive auch ein wenig in die Gesellschaft hineintragen wollten.

Wichtig war uns die Prämisse, eine freundliche Kampagne zu machen, die die Menschen erst einmal respektiert, ganz gleich, woran sie glauben oder nicht. Die diesen Respekt gegenüber Nichtgläubigen aber auch einfordert und ihnen Präsenz und (wo möglich) Sympathien verschafft. Dass die Texte am Ende etwas “programmatisch” daherkommen und wir es trotzdem nicht allen guten Argumenten recht machen konnten, nehmen wir in Kauf.

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Warum habt ihr die britische Kampagne nicht 1:1 übersetzt?

- Das „probably“ im Originalspruch hat der britischen Kampagne viel Respekt und ebensoviel Häme eingetragen, weil es sehr unsicher wirkte. Unser bewusst umständliches „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ ist ein juristischer Terminus (man hat keinen Beweis, aber alle Indizien sprechen dafür*) und natürlich auch ironisch gemeint – als augenzwinkernde Geste an Menschen, die nunmal weiter glauben wollen und jene, die es ganz genau nehmen.

- Das Leben sorgenfrei zu genießen finden wir natürlich auch toll, aber wir haben für die deutsche Kampagne keinen Ansatzpunkt gesehen, warum man sich denn überhaupt sorgen sollte. Fast niemand glaubt hier an die Hölle und eine entsprechende Vorläuferkampagne gab es auch nicht.

- Der hedonistische Ansatz („Es gibt keinen Gott, also lass es krachen.“) reicht uns nicht. Es geht auch darum, das behauptete Moralmonopol der Gläubigen infrage zu stellen. Dazu muss man auch mal moralische Begriffe in den Mund nehmen.

- Der britische Slogan war durch die Medien breit wahrgenommen worden, nun sollte ein neuer Schritt folgen, auch um das Interesse wach zu halten.

- Die säkulare Szene in Deutschland hat eine Fülle von Anliegen an die Kampagne formuliert (17 verschiedene mögliche Kernaussagen!), von denen wir viele wichtig fanden. So sind uns die Unterzeilen vergleichsweise inhaltsschwer geraten – hoffentlich zugunsten einer fundierteren Debatte.

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* Damit ist gemeint, dass es aus heutiger Sicht keine empirischen Anzeichen für einen Gott gibt, bzw. sich die noch offenen Fragen (woher kommt die Welt usw. ) schon sehr weit weg von uns verlagert haben. Was jemand „fühlt“ sei natürlich unbenommen, da ist auch viel Erziehung im Spiel.

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War es denn nicht klar, dass diese Motive nicht durchgehen würden?
Nein, das war es wirklich nicht – und in Österreich hat sich dasselbe Muster prompt wiederholt. Erste Anfragen wurden uns positiv beschieden, aber von einer relativ niedrigen Hierarchiestufe aus. In den Vorstandsetagen kam das Thema erst an, als denen die öffentliche Aufmerksamkeit klar wurde, die auf dem Thema liegt – auch darauf hatten wir hingewiesen. Schließlich hatten wir Deutschland für ein vergleichsweise säkulares Land gehalten, im dem es keine solche weltanschauliche Ungleichbehndlung geben könne.

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In welchen Städten habt ihr Angefragt und was waren die Begründungen?
In vielen Städten war schwer ersichtlich, wer am Ende des Tages für die Genehmigungen zuständig ist: die verschiedenen Abteilungen und Vorstände der Verkehrsbetriebe, deren Werbeagentur, Subunternehmen, Dachverbunde usw. In Frankfurt z. B. wollte niemand überhaupt zuständig sein, so eine „heikle“ Frage zu entscheiden. Viele Absagen wurden uns vorsichtshalber nur telefonisch statt schriftlich übermittelt.

Derzeit prüft ein Anwalt, ob das Einlegen von Rechtsmittel gegen die Ablehnung unserer Werbemotive in einem exemplarischen Fall aussichtsreich ist. Da diese Dinge immer sehr langwierig sind, verwenden wir unsere eigenen Kräfte zzt. auf anderes.

Berlin (BVG): telefonisch abgesagt, sie wollen ab jetzt gar keine religiöse und weltanschauliche Werbung zu lassen
Bremen (BSAG): telefonisch abgesagt, sie wollen keine Kontroversen zum Kirchentag, der für ihr Image wichtig ist
Dortmund
(DSW21): schriftliche Absage, nach langen Diskussionen halten sie unsere Werbebotschaft für “gottesverachtend” und die ist ausgeschlossen
Dresden
(DVBAG): abgesagt
Essen
(Essener Verkehrs-AG): hatte zugesagt, die Werbung war beauftragt, die Zusage wurde aber nach „massivem Protest einzelner Fahrgäste“ zurückgenommen
Frankfurt
(RMV): unsere Anfrage wurde weitergeleitet und zurück geleitet und hat keinen Zuständigen getroffen
Fulda
(LNG-Fulda): die LNG-Fulda sei nicht zuständig
Hamburg
(HHAG): abgesagt, weil sie der Neutralität verpflichtet sind
Hannover (UESTRA): abgesagt
Köln
(KVB): abgesagt, nach der Katastrophe im Stadtarchiv sei ersteinmal nicht daran zu denken
Leipzig
(LVB): abgesagt, keine religiöse Werbung, deshalb auch nicht unsere
München
(MVG): abgesagt
Münster
(Stadtwerke): abgesagt, sie hätten keine Werbeflächen
Nürnberg
(STWN): abgesagt, keine Werbung, die persönliche Betroffenheit auslösen könnte
Potsdam
(VIP): abgesagt, alle Flächen seien für über ein Jahr ausgebucht
Regensburg
(SWR): abgesagt, keine religiöse Werbung
Stuttgart
(SSB-AG): abgesagt, Werbung mit weltanschaulichem, religiösem, pornografischem, sexistischem und politischem Inhalt würde nicht geschaltet

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Wie funktioniert das Spenden?

Die Spendensammlung ist unterdessen abgeschlossen. Die Spenden wurden nach einigen Tagen oder Wochen per Lastschriftverfahren von Helpedia.de eingezogen und zu 100 % weitergeleitet. Außerdem konnte ein Kommentar abgegeben werden.

Die Spenden sind steuerlich absetzbar. Für Spenden unter 200 € genügt dem Finanzamt ein Kontoauszug, ab 100 € wird von der GBS eine Spendenbescheinigung zugeschickt, wenn dies gewünscht war.

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Was passiert mit dem gespendeten Geld, wenn insgesamt nicht genügend zusammenkommt?

Zum Glück ist genug Geld zusammengekommen, und zwar in sehr kurzer Zeit. Danke an alle Spender!

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Was passiert mit dem restlichen Geld, wenn das Spendenziel überschritten wird?

Das Spendenziel von 45.000 Euro wurde erreicht und damit die Spendensammlung abgeschlossen. Hier findet sich eine Abrechnung zur Verwendung. Verbleibende Restbeträge werden zur Nachbereitung (Videodokumentation, gerichtliches Musterverfahren, FAQ-Website, Badge-Aktionen, …) im Sinne der Kampagne eingesetzt.

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Was passiert mit dem Erlös aus dem Webshop?

In jedem dort gekauften Produkt ist eine kleine Spende an die Buskampagne enthalten, mit der wie oben angegeben verfahren wird. Ansonsten ist der Alibri-Verlag ein eigenständigen Wirtschaftsunternehmen, dass allerdings mit diesen Artikeln keine großen Gewinne realisiert.

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Atheistisch, humanistisch, agnostisch, säkular, aufgeklärt, weltlich, bright… wer soll da noch durchblicken?

Siehe Begriff / Weltanschaungen

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Wie könnt ihr behaupten, es gäbe keinen Gott?

Der ironisch gemeinte juristische Terminus „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ gäbe es keinen Gott, hat einen ernst zu nehmenden Hintergrund: sie spiegelt eine wissenschaftliche Weltsicht, die sich auf empirische (auf Erfahrung beruhende, also falsifizierbare) Forschung begründet. Auch das Entstehen und Vergehen von Religionen ist Gegenstand solcher Forschung. So gibt es viele Erkenntnisse darüber, wie der Gottesbegriff beim Menschen entstanden ist, aber keinen stichhaltigen Hinweis auf seine Existenz. Dass Gläubige das anders sehen sei unbenommen, religiöse oder nicht-religiöse Gefühle hin oder her. Am Ende des Tages ist die Frage vielleicht gar nicht so wichtig, denn eines wissen wir ganz bestimmt, weil wir es beobachten können: Die Werte, auch die religiösen, kommen von den Menschen.

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Manche Kirchen haben sich über die Kampagne gefreut. Stört euch das?

Zu den vorausgegangenen Kampagnen in England, Spanien, Australien, Brasilien … gab es die unterschiedlichsten Reaktionen von Seiten religiöser Menschen. Manche fühlten sich “aggressiv” angegriffen, andere machten gute Miene und spielten den Ball zurück, wieder andere freuten sich aufrichtig, dass “über Gott” und die Welt gesprochen wird. Wir sehen es so: Jede offene, respektvolle Debatte über Theismus/Atheismus und Werte ist im Sinne dieser Kampagne, jede bigotte, eigennützige oder intolerante Entgegnung stellt allenfalls deren Absender bloß.

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Download von (Presse-) Infos

> Banner gibt es hier.

aktueller Tourplan der Buskampagne (JPEG, sRGB, 2,5 MB)

Pressefotos von der Tour:
Der Bus in Berlin am Alexanderplatz **

Der Bus in Berlin vor dem Roten Rathaus **
Der Bus in Berlin beim Zwischenstopp **
Der Bus vor dem Schweriner Schloss **
Der Bus am Hamburger Fischmarkt, beim Abfahren **
Der Bus am Hamburger Fischmarkt, während einer Lesung **
Der Bus am Hamburger Rathaus **
Veranstaltung im Bus, Buchautor Christian Lührs **

Montage Tourbus links (JPEG, sRGB, 3,5 MB) *
Montage Tourbus rechts (JPEG, sRGB, 3,5 MB) *
Montage Tourbus hinten (JPEG, sRGB, 1,5 MB) *

Presseinfo Text (PDF)
Presseinfo Text (RTF)
Presseinfo Text (HTML)

Kampagnenmotive Ansicht (PDF, sRGB, 120K)
Kampagnenmotive hochauflösend (PDF, CMYK, 1,7 MB)

Keyvisual der Kampagnenwebsite (JPEG, sRGB, 700 K)

Foto vom Team Buskampagne
Foto Pressesprecher Möller, 1
Foto Pressesprecher Möller, 2

Bildrechte
Alle obigen Bilder sind zur Veröffentlichung durch die Presse freigegeben. Andere Nutzungen nur nach ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung. Der jeweils genannte Urheber ist anzugeben:
* Foto: Buskampagne.de
** Foto: Evelin Frerk

Pressekontakt
Philipp Möller, presse(ät)buskampagne.de
0178 169 6778


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